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www.wissenschaft-technik-ethik.de/organspende_transplantation.html
(letzte Überarbeitung: 21.10.2012)

Organspende und Transplantation - Technik und Ethik: Psychische Probleme, Hirntod, Lebendspende, Organhandel u.A.

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Wozu Organspende und Transplantation?

Immer wieder kommt es bei jährlich tausenden bis -zigtausenden unserer Mitmenschen zum Versagen oder zur Zerstörung einzelner Organe. Die Ursachen dafür sind in aller Regel Infektionen, Unfälle, Vergiftungen und Dergleichen, Ursachen also, für die den Betroffenen meist keine Schuld trifft.

Einem lebensgefährlich Erkrankten das Leben zu erhalten, wenn es denn eine Möglichkeit dazu gibt, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Natürlich macht es keinen Sinn, den Einen zu opfern um einen Anderen zu retten, doch ansonsten sollte sich wohl schwerlich ein guter Grund finden, einem schwer Kranken nicht jede erdenkliche Hilfe zukommen zu lassen.

Damit ist die Frage "Wozu Organspende" im Grunde schon beantwortet: Um Leben zu erhalten, wozu sonst!

Allzu Viele sind schon unnötigerweise gestorben.





Wie wird man Organspender oder Nicht-Organspender?

Im Prinzip schon dadurch, dass man irgendwann stirbt, ohne in dieser Richtung je etwas unternommen zu haben. Wer es sich jedoch so einfach macht, tut weder seinen Angehörigen noch seinen Ärzten einen Gefallen: Die Ärzte müssen nämlich nun, da der Verstorbene es versäumt hat, die prekäre Frage zu Lebzeiten selbst zu beantworten, ausgerechnet in diesen schweren Stunden mit den Angehörigen über eine Organentnahme reden. Eine wahrlich schwierige Situation für beide Seiten. Nun müssen die Angehörigen, von Trauer und Schmerz erfüllt, auch noch darüber befinden, wie ihr Kind, Ehemann, Vater oder Mutter wohl entschieden hätte! Verständlich, wenn sich in dieser Situation immer wieder einmal Angehörige von den Ärzten überrumpelt oder bedrängt fühlen.

Es ist also geradezu ein Akt der Nächstenliebe, für diesen Fall Vorsorge zu tragen und sich bereits zu Lebzeiten für das eine oder andere zu entscheiden und diese Entscheidung rechtzeitig seinen Verwandten mitzuteilen. Zudem kann die Entscheidung, auch wenn sie gegen eine Organentnahme ausfällt, auf einem Organspenderausweis dokumentiert werden.

Organspenderausweise müssen weder beantragt noch registriert werden und kosten keine Gebühren. Sie Können ein solches Formular selbst ausfüllen, unterschreiben und jederzeit, falls Sie Ihre Entscheidung einmal ändern sollten, den alten Ausweis vernichten und einen neuen ausstellen.

Einen Organspenderausweis zum Selbstausfüllen können Sie, falls nicht Ihr Arzt oder Apotheker einen zur Hand hat, von vielen einschlägigen Webseiten anfordern oder herunterladen. Ein paar Links zu solchen Seiten sind im Folgenden aufgelistet:





Medizinische und psychische Probleme bei der Organspende

Zunächst gibt es eine Reihe medizinisch-technischer Probleme: Die Zeit zwischen Organentnahme und Wiedereinpflanzung in den neuen Körper muss so kurz wie möglich sein, da mit der Dauer von Lagerung und Transport die Wahrscheinlichkeit einer Schädigung des Organs und auch die Wahrscheinlichkeit einer späteren Abstoßung zunimmt. Die Einpflanzung eines Organs ist keine banale Angelegenheit, Namentlich Blutgefäße und ggfs. auch andere Bestandteile (z.B. Harnleiter bei Nieren) müssen wieder ordentlich zusammengefügt werden. Zusätzlich können auch bei einer Transplantation natürlich alle bei Operationen üblichen Komplikationen auftreten, bei der Narkose angefangen bis zu postoperativen Wundinfektionen oder Thrombosen. Wer sich jedoch z.B. vor einer Gallensteinentfernung von derlei Risiken nicht abschrecken lässt, kann diesen auch bei einer Organeinpflanzung einigermaßen gelassen ins Auge sehen.

Nach der eigentlichen Operation kann vor Allem die Abstoßung des Organs durch das körpereigene Immunsystem ernste Probleme bereiten. Die erste Gegenmaßnahme besteht bereits vor der Transplantation darin, jedes Organ einem Spender mit möglichst gut dazu passendem Gewebetyp zuzuteilen, und zwischen Organentnahme (Explantation) und -einpflanzung (Implantation) keine unnötige Zeit verstreichen zu lassen. Nach der Transplantation muss das Immunsystem des Organempfängers durch geeignete Medikamente "beruhigt" werden ("Immunsuppression"), um Abstoßungsreaktionen zu vermeiden. Dabei wird es jedoch keineswegs "lahmgelegt", seine Schutzfunktion gegen Infektionen bleibt in hinreichendem Maße erhalten, um ein normales Leben führen zu können. Es ist jedoch unbedingt ratsam, regelmäßige Kontrolluntersuchungen vornehmen zu lassen.

Das jeweils verordnete immunsupprimierende Medikament wird normalerweise mit Cortison kombiniert, um die Wirkung zu optimieren. Cortison hat die unangenehme Eigenschaft, zu einer erheblichen Gewichtszunahme zu führen, wenn man nicht aufpasst. Die eigentlichen Immunsuppressiva haben ebenfalls unerwünschte Nebenwirkungen (z.B. Blutdruckerhöhung, Nierenschädigung). Zur Minderung der Nebenwirkungen werden von Fall zu Fall ggfs. zusätzliche Medikamente verordnet, manchmal muss nach Jahren das Immunsuppressivum durch ein anderes ersetzt werden.

In aller Regel sind die medizinischen Aspekte einer Organtransplantation aber beherrschbar.

Im Gegensatz zu den meisten anderen operativen Eingriffen kommt es bei Organtransplantationen nicht selten zu psychischen Problemen bei den betreffenden Patienten. Diese Probleme werden von Transplantationskritikern gerne als Argumente gegen die Organspende herangezogen, wobei jedoch fast immer vergessen wird, zu erwähnen, dass diese psychischen Probleme in der Mehrzahl der Fälle eben nicht oder nur vorübergehend auftreten.

Die Fragen, die im Zusammenhang mit Transplantationen die Betroffenen wohl am häufigsten beschäftigen, drehen sich um den "Fremdkörper", der nun fortan ein Bestandteil von ihnen sein wird. Vor Allem Herztransplantierte neigen dazu, eine Persönlichkeits- oder gar Identitätsveränderung durch das "fremde Herz" zu befürchten: Bin das noch ich, gehörte das Herz einem bösen Menschen, werde ich durch das Herz vermännlichen bzw. verweiblichen? Das Herz wird auch heute noch in den Augen vieler Menschen als Sitz der Gefühle oder gar der Persönlichkeit angesehen, obwohl dies wissenschaftlich längst widerlegt ist. Nicht auszuschließen ist dabei jedoch, dass zwar nicht das "neue" Herz, jedoch die ständig nagende Angst vor einer Persönlichkeitsveränderung die befürchtete Persönlichkeitsveränderung am Ende selbst herbeiführt. Außerdem kommt es vor, dass Transplantierte sich, aus welchen Beweggründen auch immer, außerstande sehen, ihr "neues" Organ als ihr eigenes zu akzeptieren. Häufig handeln solche Patienten mehr oder weniger bewusst zum Schaden ihres Organs, z.B. indem sie es versäumen, regelmäßig die notwendigen immunsuppressiven Medikamente einzunehmen. Zudem ist es denkbar, dass negative Gefühle gegenüber einem Transplantat dessen Immunabstoßung auf psychosomatischem Wege begünstigen.

Darüber hinaus beschäftigt nicht wenige Patienten die Frage, ob nun ihretwegen ein Mensch hat sterben müssen. Siehe dazu das Kapitel "Sterben für das Leben?".

Bei der Lebendspende kommt das Problem hinzu, dass die Explantation auch für den Spender nicht ganz ohne Risiko ist. Im schlimmsten Fall kann er sogar dabei sterben, allerdings ist dieses Risiko bei einer Nieren-Lebendspende erheblich geringer als z.B. die Chance, im Laufe seines Lebens einen tödlichen Verkehrsunfall zu erleiden. Dazu kommt die Möglichkeit (ca. in jedem zehnten Fall), dass das gespendete Organ nach der Übertragung seine Funktion auch nach längerer Zeit nicht wieder aufnimmt, die Transplantation also vergebens war. Beim Empfänger kann dies zu Schuldgefühlen führen ("Ich habe ihn ganz vergebens dieser Operation ausgesetzt"), beim Spender zu ablehnenden Gefühlen gegenüber dem Empfänger ("da lass ich mich für ihn aufschneiden und er vermasselt's"). Obgleich diesen Gefühlen natürlich jede vernünftige Grundlage fehlt, so darf man die Möglichkeit, dass sie ggfs. auftreten, doch nicht außer Acht lassen.

Bei der Teillebertransplantation ist das Risiko von medizinischen Komplikationen beim Spender, jedenfalls z. Zt. noch, erheblich größer als bei einer Nierenspende. Deshalb werden Leber-Lebendspenden nur in besonderen Fällen ausgeführt.

Man kann es jedoch nicht oft genug betonen: Ernsthafte psychologische Probleme im Zusammenhang mit Transplantationen sind keineswegs die Regel. Die überwiegende Mehrzahl der Transplantierten akzeptiert ihr Organ als ein Geschenk, das nun ihnen -und zu ihnen- gehört.

Jeder, dem eine Transplantation bevorsteht, sollte aber zuvor einmal gründlich in sich gehen, ob er ein transplantiertes Organ für sich voll und ganz akzeptieren kann. Kann er dies nicht und gibt es eine andere Alternative für ihn als den Tod, sollte er ernsthaft darüber nachdenken, ob es nicht besser für ihn ist, die Transplantation abzulehnen. Gerade bei Nierenpatienten kann eine der unterschiedlichen Dialysearten eine durchaus akzeptable Alternative darstellen, vorausgesetzt sie wird vom Betreffenden gut vertragen. Für diejenigen, die mit einem "fremden" Organ kein Problem haben, ist aber die Transplantation meist die bessere Alternative.


Quellen:
www.mannheim.de/nierenstiftung/lebendspende.html
www.sigan.de/Nephrologie/Lebendspende/lebendspende.html
www.tpiweb.com/NewsBox/NB2003/2003021701.html
www.bgv-transplantation.de/html/faq1.html#konsens
http://blick-in-den-op.de/nierentransplant/therapie/op_spender.html
www.transplantationszentrum-stuttgart.de





"Ersatzteilmentalität"

Wenn unsere Zähne kaputt sind, ein Bein amputiert ist, die Herzklappe nicht mehr mitmacht, wenn also etwas fehlt oder zerstört ist, dann wird es ersetzt, so gut es eben geht: Brücken, Prothesen, künstliche Herzklappen sind für uns, die wir in einer technisch fortgeschrittenen Welt leben, zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Niemand kommt auf die Idee, von "Ersatzteilmentalität" zu sprechen, wenn ein gebrochener Schädel mit einer Stahlplatte geflickt, ein verschlissenes Hüftgelenk durch eines aus Keramik oder eine getrübte Augenlinse durch eine aus Plastik ersetzt wird. Auch eine Bluttransfusion ist ja nichts weiter als der Ersatz von etwas verloren gegangenem. Doch ausgerechnet bei der Organtransplantation, bei der es, anders als bei einer Zahnbrücke oder einem künstlichen Hüftgelenk, meist um Leben und Tod geht, wird der Begriff "Ersatzteilmentalität" hervorgekramt - so als ob es hier einzig und allein darum ginge, Herz, Leber, Nieren oder Bauchspeicheldrüse leichtfertig mal eben zu ruinieren, weil man sich ja schnell mal ein Ersatzorgan einpflanzen lassen kann. Welch eine verstiegene und weltfremde Vorstellung!





Krimineller Organhandel

Wer den Tod vor Augen hat, wird alles versuchen um ihm zu entgehen - dafür sorgt allein schon der Selbsterhaltungstrieb. Kein Wunder, dass immer wieder todkranke Patienten, die aufgrund des eklatanten Mangels an verfügbaren Organen keinen anderen Ausweg mehr sehen, auf Abwege geraten und versuchen, sich das benötigte Organ auf "unsaubere" Weise zu verschaffen. Skrupellose Kriminelle schlagen dann Kapital daraus.

Der kriminelle Organhandel wird häufig als Argument gegen die Organspende ganz allgemein gebraucht. Dabei wird jedoch etwas entscheidendes übersehen:

Bei der legalen Übertragung der Organe eines Verstorbenen auf einen Patienten wird niemandem ein Schaden zugefügt, im Gegenteil: Der Verstorbene selbst benötigt seine Organe gewiss nicht mehr, und kann sich, sofern es ein Jenseits gibt, dort darüber freuen, noch einmal eine der ehrenvollsten Leistungen überhaupt vollbracht zu haben, nämlich ein oder mehrere Menschenleben bewahrt zu haben. Der Patient, dessen Leben nun nicht allzu vorzeitig enden muss oder eine neue Qualität erlangt, kann sich auch freuen.

Wer nun aber trotzdem, aus welchen Gründen auch immer, nein sagt zu einer postmortalen Organentnahme, trägt natürlich dazu bei, dass die verfügbaren Organe knapper werden, und arbeitet damit ungewollt ausgerechnet den kriminellen Organhändlern in die Hände, denn für sie heißt es: Je weniger legale Organe zur Verfügung stehen, desto mehr "brummt" ihr eigenes, schmutziges Geschäft.

Hierzu schrieb mir im Oktober 2011 in einem anonymen Brief "ein Mitmensch": "Jeder hat seine entsprechenden Argumente und sollte auch die der anderen gelten lassen, ...: Also nicht - die, die ihre Organe nicht freigeben, unterstützen den Organhandel. Das ist unfair und das wissen Sie." Lieber Mitmensch, diese Aussage ist nicht unfair, sondern entspricht der Realität, ob Sie es nun wahrhaben wollen oder nicht. Und wenn ich sehe, dass ein Argument offensichtlich nicht der Realität entspricht, warum sollte ich es dann "gelten lassen"? Wissenschaftliche Erkenntnis, auch als fundierte Grundlage für persönliche Entscheidungen, besteht eben nicht darin, alle Argumente "gelten" zu lassen, sondern darin, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Fazit: Die Bereitschaft zur Organspende hilft nicht nur den Patienten, sondern trägt darüber hinaus entscheidend dazu bei, dem kriminellen Organhandel den Boden zu entziehen.

Einen legalen Organhandel gibt es in Deutschland übrigens nicht! Für das Spenden eines Organs darf keine Gegenleistung gefordert oder gewährt werden! Ein deutscher Arzt wird es sich dreimal überlegen, ob er sich an einem Organhandel beteiligt, denn er begeht damit eine schwere Straftat, die ihn seine Approbation kosten und bis zu 5 Jahren Gefängnis "einbringen" kann.





Sterben für das Leben?

Im Bereich des kriminellen Organhandels kann dies durchaus passieren. Schon allein deshalb sollten wir alles tun, um diesem entgegen zu wirken. Die Polizei tut das ihre und ermittelt. Tun wir das unsere und fördern wir den legalen Weg!

Denn bei der regulären Organentnahme muss niemand um eines Organs willen sterben. Bevor ein Spender seine Organe "hergibt", muss er zuerst einmal aus einem ganz anderen Grund (Krankheit, Unfall o.ä.) gestorben sein. Ob Organspender oder nicht, er wäre also sowieso gestorben!

Dennoch hegt mancher die Befürchtung, falls er einmal schwer verletzt auf der Intensivstation "landen" sollte, dann könnte doch womöglich ein Arzt bei ihm als potenziellem Organspender ein Wenig "nachhelfen"??? Wer eine solche Befürchtung hegt, der sollte sich jedoch fragen, warum in aller Welt ein Arzt einen glatten Mord begehen sollte, mithin Lebenslänglich riskiert, für etwas, von dem er selbst gar keinen Vorteil ziehen kann. Denn welches Organ welcher Patient bekommen wird, entscheidet nicht der Arzt, sondern eine europäische Zentrale. Der Arzt wäre also, selbst wenn er es wollte, gar nicht in der Lage, einem bestimmten Patienten ein Organ zu "besorgen".





Unversehrt ins Jenseits gehen?

Häufig wird als Grund für eine ablehnende Haltung zur Transplantation genannt, dass man doch mit einem unversehrten Körper ins Jenseits gehen möchte. Das versteht man einerseits gut. Andererseits muss man sich jedoch klar machen, dass es schlechterdings gar nicht möglich ist, mit einem unversehrten Körper das Jenseits zu erreichen, denn:
  • Man lässt seinen Körper ja ohnehin auf der Erde zurück, andernfalls würde er ja mit dem Ableben einfach verschwinden.
  • Mit einem unversehrten Körper stirbt man nicht! Bevor ein Mensch stirbt, muss vorher, sei es durch Krankheit, Unfall oder einfach durch das Alter, sein Körper so weit geschädigt, wenn nicht gar zerstört sein, dass er nicht mehr in der Lage ist, auch nur die elementarsten Lebensfunktionen aufrecht zu erhalten.
  • Mit dem Tode beginnt immer, ob nun Organe entnommen werden oder nicht, die unaufhaltsame Zerstörung des Körpers durch Bakterien, Pilze und andere Organismen.
  • Die Bibel sagt dazu eindeutig aus, dass der Körper vergänglich ist und dass es die Seele ist, die nach dem Tod weiterlebt.
Es ist also nicht so, dass ein Nein zur Organentnahme einen auch nach dem Ableben unversehrten Körper bedeutet. Genau genommen ist sogar das Gegenteil der Fall: Wir Organspender können immerhin darauf hoffen, dass nach unserem Tode wenigstens ein Teil unseres Körpers noch bis zu 30 Jahre und länger relativ unversehrt weiter existiert - und dabei auch noch Gutes vollbringt.





Hirntod - Ein Freibrief für die Organentnahme?

Viele Menschen, die sich mit dem Thema Organspende befassen, hegen die Befürchtung, dass einmal ihr Tod irrtümlicherweise festgestellt werden und eine Organentnahme stattfinden könnte, bevor sie aus dem "Scheintod" wieder erwachen.

Andere wiederum sind irritiert von der Vorstellung, dass ein Mensch, dessen Herz noch schlägt, für tot erklärt werden soll. Einige hegen gar den Verdacht, das Ganze diene lediglich der bequemen Versorgung mit Organen.

Dabei wird jedoch übersehen, dass das Ganze zunächst einmal gar nichts mit einer Organentnahme zu tun haben muss. Denn auch so stellt sich häufig die Frage, ob ein im Koma liegender Patient noch lebensfähig oder bereits tot ist. Da viele dieser Patienten jedoch durch aufwändige Technik künstlich beatmet werden und ihr Herz künstlich in Bewegung gehalten wird, ist es schlechthin nicht möglich, an Hand der herkömmlichen Merkmale (Herz- und Atemstillstand) festzustellen, ob der Tod bereits eingetreten ist. Wenn dies nicht feststellbar wäre, bliebe nichts anderes übrig, als so lange zu warten, bis der Körper so weit verfallen ist, dass sich die einfachsten Funktionen auch künstlich nicht mehr aufrecht erhalten lassen. Diese Vorgehensweise bedeutet jedoch, dass teure und aufwändige Intensivpflege, die eigentlich für die Heilung schwer Kranker vorgesehen ist, vollkommen nutzlos an Toten geleistet wird. Was wäre daran sinnvoll?

Auch ohne Hinblick auf mögliche Organentnahmen kommt man also bei der heutigen modernen Medizin um alternative Methoden der Todesfeststellung nicht herum.

Anders war dies zu Zeiten, als es noch nicht möglich war, Atmung und Kreislauf für längere Zeit künstlich aufrecht zu erhalten. Wenn das Herz nur etwa 30 Minuten lang still gestanden hatte, war damit automatisch der Hirntod eingetreten und musste nicht mehr extra festgestellt werden.

Wie steht es aber mit der Möglichkeit einer irrtümlichen Feststellung des Todes? Diese Schreckensvorstellung spukt nicht erst seit Einführung der Hirntoddiagnostik in den Köpfen herum. Bereits viel früher kursierten Berichte von angeblich für tot Erklärten. Nichts Neues also.

Nach heutiger Kenntnis ist die Hirntoddiagnostik, zu der neben der Messung der Hirnströme eine Reihe weiterer Kriterien herangezogen werden müssen, um die so genannte "Hirntod"-Diagnose zu stellen, das bei weitem zuverlässigste Mittel, um festzustellen, ob jemand tot ist oder noch lebt. Im Fall einer geplanten Organentnahme muss diese Diagnose sogar unabhängig voneinander von drei Ärzteteams gestellt werden. Und das bedeutet: Sollte tatsächlich einmal jemand irrtümlicherweise für tot gehalten werden, dann hat er als potenzieller Organspender aufgrund der mehrfachen akribischen Nachprüfung weit bessere Aussichten, dass der Irrtum noch rechtzeitig erkannt wird, als ein "gewöhnlicher" Verstorbener, bei dem in der Regel weit weniger Aufwand bei der Feststellung des Todes betrieben wird. So betrachtet, kann ein Organspenderausweis geradezu zur Lebensversicherung werden.





Zu viel Technik?

Von einigen Kritikern der Transplantationsmedizin wird das Argument angeführt, dass dabei ein eher mechanistischer Ansatz gewählt wird ("Ersatzteil"). Dabei ist doch offensichtlich eher das Gegenteil der Fall. Wer so schwer erkrankt ist, dass an eine Transplantation zu denken ist, kann alternativ, wenn überhaupt, nur durch massiven Einsatz apparativer Technik am Leben gehalten werden. Ein Spenderorgan dagegen ist (abgesehen vom Vorgang der Transplantation, bei dem auch einiges an Technik im Spiel ist) im Grunde reine Biologie.





Durch Organspende zum ewigen Leben?

Die manchmal geäußerte Ansicht, Organtransplantation diene im Grunde nur dazu, abgelaufene Lebensuhren neu zu stellen, indem man abgenutzte Organe einfach durch "neue" ersetzt, entbehrt jeder Grundlage. Zum Einen ist es gar nicht möglich, einen an Altersschwäche Sterbenden überhaupt noch zu transplantieren, die Operation würde er gar nicht mehr aushalten. Zum Anderen sind diejenigen Menschen die ein Spenderorgan benötigen, häufig noch recht jung, viele von ihnen sind gar noch Kinder, bei denen nun wirklich keine Rede davon sein kann dass ihre Zeit zu sterben schon gekommen sei.

Fazit: Die Transplantation verhindert nicht den natürlichen Tod, sondern sie ermöglicht es vielen Betroffenen erst, statt einen verfrühten gewaltsamen Tod zu erleiden, zu gegebener Zeit auf natürliche Weise zu sterben.





Organspender schon zu Lebzeiten?

Dies ist grundsätzlich dann möglich, wenn der Spender auch ohne das betreffende Organ normal weiterleben kann. Bei der Knochenmarkspende ist dies am unproblematischsten, das entnommene Knochenmark regeneriert sich rasch wieder, zudem ist die Technik heute bereits so weit fortgeschritten, dass in den meisten Fällen eine Blutentnahme beim Spender genügt.

Schwieriger sieht die Sache bei der Nieren-Lebendtransplantation aus. Denn hierbei wird ja ein bis dahin gesunder (ein kranker käme gar nicht in Frage!) Mensch geschädigt. Doch ist die Schädigung nach heutigem Kenntnisstand nicht gravierend, der Nutzen so weit überwiegend, dass eine Nierenentnahme von einem lebenden Menschen unter bestimmten Voraussetzungen vertretbar erscheint.

Um aber weitestgehend auszuschließen, dass das (selbstverständlich notwendige!) Einverständnis des Spenders mit Geld erkauft wird oder durch psychischen Druck zustande kommt, sind in Deutschland, anders als z.B. in den USA, grundsätzlich nur sehr nahe Verwandte oder Eheleute zugelassen, bei denen man zu Recht davon ausgehen kann, dass die Spendenbereitschaft auf freiwilliger Basis beruht.

Grundsätzlich ist jedoch die Übertragung der Niere eines Verstorbenen der Lebendspende vorzuziehen. Lebendspende kommt also nur dann in Frage, wenn, aus welchen Gründen auch immer, keine Niere eines Verstorbenen zur Verfügung steht. Auf Grund der leider hierzulande vergleichsweise geringen Spendenbereitschaft ist immer häufiger die zu lange Wartezeit der Grund für eine Lebendspende.

Auch das möchten wir also mit unserem Organspenderausweis erreichen: Eltern, Kindern, Geschwistern und Ehepartnern von Dialysepatienten eine Nierenentnahme zu ersparen!






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