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Religion Himmel Hölle / Nächstenliebe im Alltag / alltägliche Nächstenliebe / Beispiele für Nächstenliebe im Alltag / Mit gutem Beispiel vorangehen / Christliche Nächstenliebe im Alltag / freundliche Menschen / freundlichkeit zu Mitmenschen, Beispiele aus dem Alltagsleben / Durch Nächstenliebe zu mehr Lebensqualität / Lieber Himmel als Hölle: Einfache Beispiele für Nächstenliebe im Alltag / Einfaches Beispiel für Nächstenliebe im Alltag / Liebe deinen Nächsten wie dich selbst / Himmel auf Erden durch christlich menschenfreundliches Verhalten / Hilfe Kooperation Zusammenarbeit / gemeinsam miteinander umgehen und auskommen / Christliche Nächstenliebe im Alltag praktizieren / praktizierte Nächstenliebe im Alltag / Christliche Nächstenliebe im Alltag für Christen und Nichtchristen

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Himmel und Hölle - angewandte Nächstenliebe im Alltag

"Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst". Jedem Christen, und im Grunde jedem Menschen überhaupt, wurde dieser Leitsatz in die Wiege gelegt.

Man mag diesen Satz so deuten, dass man gehalten sei, all sein Hab und Gut, oder doch zumindest einen Großteil davon, an Ärmere zu verschenken. Nur Wenige haben jemals tatsächlich so gehandelt und nur wenige von uns, Christen wie Nichtchristen, würden sich jemals dazu durchringen können. Im kleineren Maßstab freilich geben und spenden viele von uns gerne für die Armen und die in Not Geratenen dieser Welt.

Doch "Liebe deinen Nächsten" umfasst ein viel weiteres Gebiet als lediglich das Geben materieller Güter oder die beherzte Hilfe in der Not. Der manchmal so lapidar klingende Satz "Liebe deinen Nächsten" ist darüber hinaus nichts Geringeres als eine universelle Methodik, wie Menschen in allen Lebenssituationen, einschließlich dem ganz normalen Alltag, miteinander umgehen, auskommen und gemeinsam ein Höchstmaß an Lebensqualität erreichen können.

Wir möchten dies im Folgenden an ganz alltäglichen Beispielen deutlich machen.


Beispiel 1:

Clausthal-Zellerfeld, Stadtmitte, Adolph-Roemer-Straße:
Glücklicherweise sind inzwischen viele der Parkplätze zur Schrägaufstellung angelegt. Doch es gibt immer noch eine Anzahl Parkbuchten für 2 Pkw hintereinander, mit jeweils einem Bäumchen dazwischen. Orte, an denen Egoismus und Gedankenlosigkeit geradezu erblühen, letztlich zum Nachteil aller Beteiligten.

Lassen wir mal die Frage beiseite, warum die zuständige Verwaltung die besagten Parkbuchten statt in der praktischen Trapezform lieber rechteckig gestalten ließ. Fragen wir an dieser Stelle auch nicht, warum die Metallbügel, die angeblich das niedrige Gestrüpp um die Bäume herum vor rangierenden Autos schützen soll, so niedrig sind, dass man sie durch die Heckscheibe der meisten Autos nicht sehen kann, was nicht nur den verfügbaren Platz fürs Rangieren verringert, sondern es darüber hinaus unnötig erschwert. Richten wir unser Augenmerk statt dessen darauf, wie in diesen, ohnehin schon etwas problematischen, Zweierbuchten verfahren wird.

Nicht selten steht dort ein Fahrzeug, häufig sogar ein Kleinwagen, auf beide Parkplätze "verteilt" und blockiert auf diese Weise einen zusätzlichen Parkplatz, ohne dass irgend jemand, der Fahrer eingeschlossen, einen Nutzen davon hätte. Wenn man bedenkt, mit welch geringem Aufwand dieser den Missstand hätte vermeiden können, bleibt eigentlich nur eine Erklärung: Diesem Fahrer müssen seine Mitmenschen derart gleichgültig sein, dass er entweder gar nicht erst einen Gedanken an sie "verschwendet" hat oder sie zumindest der "Mühe" nicht für wert hielt, rasch noch eben einen Meter zurück zu setzen.

Nicht ganz so häufig zu beobachten: Ein Fahrzeug, dessen Fahrer christlich (sprich: Mitmenschenfreundlich) geparkt hat, nämlich direkt vor dem Begrenzungsbügel, wurde von einem Zeitgenossen so "zugeparkt", dass er nur mit langwierigem Hin- und Herrangieren seine Parklücke wieder verlassen kann.

In einer durchgehend wirklich christlich orientierten Welt würde jeder immer direkt am Bügel parken, so dass Andere (und immer wieder auch er selbst!) stets mühelos ein- und ausparken können. Leichter kann man sich das Leben eigentlich nicht machen. Dagegen parkt in einer nichtchristlich-egoistisch orientierten Welt jeder, wie er gerade zum Stehen kommt, was letztlich bedeutet, dass viele Fahrer (und immer wieder auch man selbst!) keinen Parkplatz bekommen oder viel Zeit und Mühe beim Ein- und Ausparken vergeuden müssen. Fazit: Der Egoismus Aller oder Vieler führt zwangsläufig dazu, dass es Allen schlechter geht.

Wie parkt man aber nun als praktizierender Christ in der realen Welt? Auch Christen möchten schließlich ungern zugeparkt werden!
Ganz einfach: Man lässt zwischen Bügel und Fahrzeug immer eben so viel Platz, dass man in jedem Fall noch einigermaßen wieder hinauskommt. Das scheint uns ein guter Kompromiss zu sein zwischen der "Fürsorge" für Andere und dem gebotenen "Selbstschutz".


Beispiel 2:

Mittwochmorgen an einer Filiale einer bekannten Supermarktkette: "Großkampftag" ist angesagt, denn es gibt wieder mal die begehrten Sonderposten. Schon um viertel vor neun stehen die Menschen Schlange. Du kommst etwas später und ergatterst gerade noch einen der letzten Einkaufswagen. Nach dir kommen noch weitere Käufer.

Der Wagen ist deiner, klar! Aber brauchst du ihn wirklich? Vielleicht willst du ja bloß das Autoradio haben, für das du nun wirklich keinen Wagen brauchst. Also hopp, hopp, über deinen Schatten und überlass das Ding einem Anderen, der ihn wirklich benötigt und der froh ist, nicht lange auf einen warten zu müssen.

Und nun, obgleich von keinem sperrigen Einkaufswagen behindert, kommst du dennoch zu spät: Direkt vor deiner Nase hat einer das letzte Radio weggeschnappt. Sei ein schlechter Verlierer, beschimpfe den Anderen, empfange Ärger und böse Blicke, wünsche ihm den Teufel an den Leib oder ...? Es gibt noch mehr Radios auf der Welt und heute, ein kleiner Trost, zugegeben, musst du wenigstens nicht Ewigkeiten in einer der endlosen Warteschlangen vor der Kasse anstehen.


Beispiel 3:

B241 zwischen Clausthal und Goslar, die Serpentinen: ein schier endloses Überholverbot auf kurviger Strecke. Hin und wieder hast du Glück, oft aber auch nicht: Mal schleichst du die ganze Strecke lang hinter einem Langsamfahrer her, ein anderes Mal schleicht ein Anderer hinter dir. So lange der hinter dir dir sch...egal ist und du dem vor dir, wird sich daran auch niemals etwas ändern. Schade.

Dabei wird es freundlichen Menschen auf dieser Strecke sogar richtig einfach gemacht: Immer wieder gibt es eine Ausweichstelle, an der man kurz halten und die Schlange hinter sich vorbeilassen kann. (Und nicht nur auf dieser Strecke!) Mancher mag jetzt fragen, warum sollte denn ausgerechnet ich ...? Ganz einfach:
- Einer muss damit anfangen.
- Wenn man es selbst nicht tut, warum sollten dann die Anderen?
- Das ganze Manöver kostet dich nichts als ein paar Sekunden.

Der ganz praktische Vorteil dieser Art von Nächstenliebe: Insgesamt gesehen können ALLE schneller und stressfreier ans Ziel kommen. Es müssen sich nur erst einmal genügend Leute finden, die sie praktizieren. Jeder von uns Autofahrern kann bei seiner nächsten Fahrt gleich damit anfangen.

Zugegeben, manchmal scheint es auf den ersten Blick frustrierend: Nachdem wir in vielen Jahren hunderte von Autos vorbei gelassen haben und nichtsdestotrotz hinter ebenso vielen langsam hergedackelt sind, hat uns vor einiger Zeit endlich auch mal einer die besagte Freundlichkeit erwiesen. Immerhin! Darüber hinaus ist es aber auch tröstlich zu wissen, dass man stressfreier und vor allem viel sicherer unterwegs ist, wenn kein Anderer, womöglich noch auf Tuchfühlung, hinter einem drängelt.


Beispiel 4:

Uns jüngst wiederfahren: Wir möchten einen Bekannten sprechen. Also ran ans Telefon. Die Rufumleitung reicht uns vollautomatisch ans Handy des Betreffenden weiter. Der nimmt ab: "Ah, ihr seid's, Moment, ich rufe rasch vom Festanschluss aus zurück, dann wird's nicht so teuer für euch." Auch so erweist sich, wer hin und wieder ein paar Sekunden Denkzeit seinen Mitmenschen widmet. Es bleibt ja bei aller "Nächstenliebe" immer noch genügend Zeit, auch an sich selbst zu denken, sich selbst etwas zu gönnen. Auch das darf man natürlich nicht vergessen!


Es ließen sich noch viel mehr solcher Beispiele anführen. Immer geht es um die Frage "Soll ich jetzt ein ganz klein Wenig investieren, damit irgend ein Anderer einen im Vergleich zu meinem "Investment" großen Vorteil dadurch erhält?" Dies mag für den Einzelfall wenig attraktiv erscheinen, vor Allem, wenn sich Einer in erster Linie selbst der Nächste ist. Doch fasst man Alles zusammen, dann bekommt jeder viele Gelegenheiten, einem Anderen einen Gefallen zu tun und viele Gefallen könnten ihm selbst getan werden - häufig mit einem vergleichsweise lächerlichen Aufwand. Wenn diese Gelegenheiten in großem Umfang genutzt würden, könnten wir ALLE es erheblich leichter haben, ohne viel dafür tun zu müssen.


Wir haben hierzu ein Experiment gemacht.

Beim Brettspiel "Alaska" (Ravensburger) geht es darum, von einer Insel mit Hilfe eines Transporters möglichst viele Materialkisten über eine Eisfläche ins eigene Camp zu transportieren, solange man irgendwie über eine geschlossene Eisfläche hinüberkommt. Zu ziehende Ereigniskarten bescheren einem darüber hinaus manch Unbill, aber auch so nützliche Dinge wie z.B. einen Hubschrauber-Transportflug. Jeder hat abwechselnd die Gelegenheit, eine Eisscholle zu legen, wie es ihm gefällt und -im zweiten Spielteil- eine beliebige wieder wegzunehmen. Wenn nichts mehr geht, ist das Spiel zu Ende und die heim gebrachten Kisten werden gezählt.

Normalerweise wird man (laut Spielregel) die Eisschollen so legen bzw. wegnehmen, dass man selbst maximal davon profitiert und die übrigen Spieler so stark wie möglich behindert werden. Schließlich sind Alle Konkurrenten und jeder will die meisten Kisten nach Hause bringen.

Wir haben das Spiel aber auch einmal anders gespielt: Vergessen wir die Konkurrenz, schauen wir nicht so genau darauf, wer wie viele Kisten ins eigene Lager kriegt, sondern handeln wir sowohl zu unserem (!) als auch zum Vorteil der Mitspieler. Hat man z.B. einen Helikopterflug frei, der einem anderen Spieler einem größeren Vorteil bringen könnte als einem selbst, dann bekommt selbstverständlich er ihn - und umgekehrt! Das Ergebnis: Die Erfinder des Spiels haben diese Spielvariante wohl nicht in Betracht gezogen, sonst hätten sie erheblich mehr Kisten vorgesehen. Wir mussten bald Kisten "anschreiben" und wieder zurück auf die Insel stellen. Am Ende des Spiels hatte selbst der Spieler mit den wenigsten Kisten immer noch viel mehr davon als jemals ein "Gewinner" bei der Konkurrenz-Variante.

Fazit: Eine Wirtschaft, die durch und durch nach christlichen Grundsätzen ablaufen würde, würde aller Voraussicht nach in kürzester Zeit alle nach den üblichen kapitalistischen Grundsätzen wirtschaftenden Staaten weit hinter sich lassen. (Allerdings nur, um diese Staaten dann an ihrem Erfolg teilhaben zu lassen.) Ein solches "christliches Wirtschaftssystem" ist aber leider nirgends in Sicht. Unsere eigene Natur, zu einem erheblichen Teil geprägt von Gefühlen wie Machtstreben, Neid, Statusdenken etc., steht uns offenbar dabei wie eine unüberwindliche Mauer im Weg. Wenn wir es nicht schaffen, alle gemeinsam diese Mauer zu überwinden, dann haben wir den Raubkapitalismus, der gerade jetzt wieder langsam aber stetig Raum gewinnt, wahrscheinlich verdient.


Es gibt einen alten Witz:

Was ist der Unterschied zwischen Himmel und Hölle?

In der Hölle sitzen Alle um einen großen Tisch, mit einer Schüssel voll leckerer, duftender Frikadellen in der Mitte. Dummerweise haben Alle zwei Meter lange Unterarme. Damit können sie zwar bequem die Schüssel erreichen, nicht aber die Frikadellen zum Mund führen. Also sitzen sie missmutig mit knurrendem Magen herum und schieben Kohldampf.

Und im Himmel? Der gleiche Tisch, die gleiche Schüssel mit Frikadellen, die gleichen 2 m langen Unterarme. Dennoch sind Alle satt und zufrieden, denn sie füttern sich gegenseitig.

Besser kann man es eigentlich nicht ausdrücken.






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